Projekt

Projekte sind das Ergebnis einer Managemententscheidung; die Befähigung hin zur selbstorganisierten Arbeit an Problemen und Problemlösungen.

  1. Ein Projekt ist ein temporäres Mandat, durch das sich Einzelakteure (oder eine bereits bestehende Gruppe) zu einem Team konstituieren kann
  2. Ein Projekt hat ein Ziel, bietet aber Offenheit, Unsicherheit und Bewegung. Projekte existieren nur, wenn Entscheidungen notwendig und möglich sind
  3. Jedes Projekt verfügt über einen formalen Projektanfang und ein formales Projektende
  4. Dort, wo das Projekt endet, beginnt die Routine

Projekt vs. Routine

Das Projekt ist und bleibt die Ausnahme, ein temporärer Zustand, in dem unvorhersehbare Entscheidungen getroffen werden können.

Das Gegenteil des Projekts ist die Routine, in der bereits alle wesentlichen Entscheidungen getroffen wurden.

ProjektRoutine
Temporäres MandatEingespielter Prozess
Hohe FreiheitsgradeHohe Strukturierung

Team

Teams treffen Entscheidungen mit Konsequenzen für sich und andere.

Teams und Projekte

Unternehmen haben Teams und Projekte als Ressource eingeführt, um abseits von Befehlen, Belohnungen und Preissignalen auf “schwache Signale” aus der Umwelt reagieren zu können.

Die Arbeitsform aller Teams sind Projekte, ob innerhalb eines Vereins, eines Konzerns oder in einem Startup.

Der Wert von Teams und Projekten hat sich insbesondere im Lean gezeigt, im Sinne einer japanischen Erfolgsgeschichte.

Teams und Entscheidungen

Ein Team ist eine Anzahl von Akteuren, die gemeinsam Entscheidungen treffen, die ihr weiteres Vorgehen beeinflussen.

“We define a team as three or more individuals who are brought together to make a decision, or provide a recommendation, about a situation of interest or concern.”

Ein Team entsteht, wenn Entscheidungsfähigkeit nicht verteilt, sondern per Mandat geteilt wird. Ohne Entscheidung gibt es kein Team – nur Koordination.

Team vs. Gruppe

Teams treffen Entscheidungen mit Konsequenzen für sich und andere. Gruppen folgen Entscheidungen.

Das Projekt ist das primäre Umfeld für Teams, insofern hier Entscheidungen möglich sind.

TeamGruppe
treffen Entscheidungenfolgen Entscheidungen
Arbeit in ProjektenArbeit in Routinen

Sonderfall: Skin in the Game

Ein Team existiert, mit Skin in the Game, insofern es die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen mitträgt.

Sonderfall: Pseudo Teams

Der Sonderfall eines Team, das defacto nur eine Gruppe ist, ist das Pseudo Team.


Entscheidung

Eine Entscheidung ist eine spezifische Kommunikation. Sie ist das Ergebnis von Kommunikationen und sie zieht weitere Kommunikationen nach sich.

  • Strenggenommen ist eine Entscheidung erst dann eine Entscheidung, wenn weitere Entscheidungen auf sie Bezug nehmen und an sie anschließen
  • Die Entscheidung markiert, dass die der Entscheidung vorangegangene Kommunikation bis auf weiteres abgeschlossen ist
    • z.B. “Gut. Das haben wir.”
  • Entscheidungen sind Kommunikationen mit der Konsequenz, das daraus weitere Entscheidungen entstehen
  • Eine Entscheidung ist ein Ereignis mit Folgen für zukünftige Entscheidungen

Beispiele:

  • „Das ist heute aber wieder ein schlechtes Wetter“ (keine Entscheidung)
  • „Bei dem Wetter ziehe ich mir eine Jacke an“ (kommunizierte Entscheidung)

Entscheidung vs. Entscheidungsprämissen

Entscheidungen entstehen im Rahmen von Entscheidungsprämissen, die selbst wiederum Ergebnis früherer / wiederkehrender Entscheidungen sind.

EntscheidungEntscheidungsprämisse
kommunizieren Bedarf für neue EntscheidungenOrientierungsrahmen für Entscheidungen

Team-Entscheidungen

Empirische Studien deuten an, dass Teams schlechtere Entscheidungen als Individuen treffen.

  • Teams neigen dazu, falsche Einschätzungen einzelner Individuen noch zu verstärken
  • Teams neigen gegenüber Individuen eher dazu, sich zu überschätzen
  • Teams sind eher vom sogenannten Sunk-Cost Bias betroffen

Entscheidungsprämisse

Entscheidungsprämissen sind Voraussetzungen unter denen Entscheidungen getroffen werden.

Kommunikation

Die Systemtheorie versteht unter einer Entscheidungsprämisse einen kommunizierten Rahmen, in dem Individuen oder Teams Entscheidungen verhandeln können.

  • Entscheidungsprämissen sind das Ergebnis früherer Entscheidungen im Sinne eines Sensemakings

Arten

Organisierte Entscheidungsprämissen:

  • Strategie
  • Werte (z.B. Nachhaltigkeit)
  • Prozesse (z.B. Scrum, Wasserfall, SOPs)
  • Anforderung (z.B. Briefing, Spezifikationen)
  • Frameworks (z.B. Service Blueprint, Risiko-Matrix)

Implizite Entscheidungsprämissen:

  • Präferenzen
  • Heuristiken (mentale Modelle, z.B. Social Proof)

Filterfunktion

Entscheidungsprämissen wie beispielsweise Normen sind zunächst einmal nichts anderes als Filter, die gewisse Informationen durchlassen und andere nicht.

“Aber wer garantiert, dass das, was gestern brauchbar war, es heute auch noch ist? Wer kann sicherstellen, dass das Unbrauchbare von gestern nicht das Brauchbare von morgen ist?”

Managementfunktion

Für Manager sind Entscheidungsprämissen die Art und Weise wie sie unterschiedliche Entscheidungen, die beispielsweise in Teams und Projekten getroffen werden, wiederum mit anderen Einheiten der Organisation koordinieren können: “Nicht die Personen müssen koordiniert werden, sondern die Entscheidungen”

Learnings

Aus Entscheidungen lässt sich nur wenig lernen, auch wenn uns Business Ratgeber, Berater und Podcasts von der Relevanz von Best Practices zu überzeugen versuchen: “so hat Unternehmer x in Situation y reagiert”.

Entscheidungsprämissen sind begrenzt lehrreicher, da sie Variabilität in der Entscheidungsfindung bieten, gleichzeitig aber Komplexität managen und operativ nutzbar sind.


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